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Heute möchten wir uns mit einem tiefgreifenden Thema auseinandersetzen, das im Buch Hiob als zentrales Dilemma erscheint. Hiob, ein Mann des Glaubens, sieht sich mit schweren Prüfungen konfrontiert und stellt dabei eine Frage, die viele Gläubige bewegt: Warum leiden die Menschen, wenn Gott gut und liebevoll ist?
In den Versen Hiob 6,4–8 und 9,1–12 erkennen wir das Ringen von Hiob mit dieser quälenden Frage.
„Der Allmächtige hat mich mit seinen Pfeilen durchbohrt, tief dringt ihr Gift in mich ein. Gott hat mich mit seinen Schrecken eingekesselt. Kein Wildesel schreit, wenn er Gras hat; an der vollen Futterkrippe brüllt kein Stier. Doch welcher Mensch mag ungesalzene Speise, wer schlürft schon gerne rohes Eiweiß? Ich sträube mich, es anzurühren, denn solche Nahrung macht mich krank! Warum schlägt Gott mir meine Bitte ab und gibt mir nicht, was ich so sehnlich wünsche?“ Hiob 6,4-8
„Hiob erwiderte: »Das alles weiß ich doch schon längst! Nur eins verrate mir: Wie kann ein Mensch vor Gott sein Recht bekommen? Wenn er dich vor Gericht zieht und Anklage erhebt, weißt du auf tausend Fragen keine Antwort. Gott ist weise, stark und mächtig! Wer hat sich je erfolgreich gegen ihn gestellt? Ohne Vorwarnung verrückt er Berge, und wenn er zornig wird, zerstört er sie. Er lässt die Erde zittern und beben, so dass ihre Säulen wanken. Er spricht nur ein Wort – schon verfinstert sich die Sonne, die Sterne dürfen nicht mehr leuchten. Er allein hat den Himmel ausgebreitet, ist über die Wogen der Meere geschritten. Den Großen Wagen hat er geschaffen, den Orion, das Siebengestirn und auch die Sternbilder des Südens. Er vollbringt gewaltige Taten; unzählbar sind seine Wunder, kein Mensch kann sie begreifen! Unbemerkt zieht er an mir vorüber; er geht vorbei, er streift mich, und ich nehme es gar nicht wahr! Niemand kann ihn hindern, wenn er etwas aus der Welt rafft. Wer wagt es, ihn zu fragen: ›Halt! Was tust du da?‹“ Hiob 9,1-12
Er hinterfragt nicht die Existenz Gottes, sondern den Grund für sein eigenes Leiden. Diese Frage wird besonders komplex, wenn man bedenkt, dass Hiob an einen liebenden Gott glaubt. Im Gegensatz dazu könnte ein Atheist in einer gottlosen Welt das Leid als sinnlos betrachten, eine Folge der rauen und kalten Naturkräfte ohne höheren Zweck.
Hiob jedoch steht vor einem tiefgreifenden Dilemma. In Hiob 10,8–12 spiegeln sich seine quälenden Gedanken wider. Er stellt die schmerzliche Frage, die auch viele von uns schon gestellt haben: Warum leiden die Menschen, wenn es einen guten und liebenden Gott gibt? Warum erfahren selbst die als „gut“ betrachteten Menschen, wie Hiob, scheinbar sinnloses Leid und Prüfungen?
Das Dilemma besteht darin, dass Hiob und wir als Gläubige nicht die Option haben, das Leid einfach als zufällige Konsequenz eines gottlosen Universums abzutun. Unsere Überzeugung von einem liebevollen Gott, der alles erschaffen hat, bringt uns in einen inneren Konflikt. Das Ringen mit dieser Frage gehört zu den existenziellen Herausforderungen unseres Glaubens.
Lies Hiob 38,1–3: Wie reagierte Gott auf Hiobs Fragen und Zweifel?
Gott antwortet Hiob aus dem Sturm heraus und stellt seinerseits Fragen, die Hiobs menschliches Verständnis herausfordern. Diese Begegnung offenbart, dass es oft Dinge gibt, die über unser Verständnis hinausgehen. Auch wenn wir keine vollständige Antwort auf das Warum des Leidens haben, können wir darauf vertrauen, dass Gott größer ist als unsere Fragen und dass seine Liebe und Weisheit inmitten des Dilemmas leuchten können.
Lasst uns gemeinsam in dieser Gewissheit beten und Gott um Weisheit bitten, wenn wir mit den Fragen des Leidens und dem Glauben an einen liebenden Gott ringen.
Gütiger Gott, heute haben wir uns in tiefem Nachdenken über das Buch Hiob mit der quälenden Frage des menschlichen Leidens auseinandergesetzt. Hiob, ein Mann des Glaubens, hat uns gezeigt, dass selbst diejenigen, die an einen liebevollen Gott glauben, mit dem Dilemma des Leidens ringen.
Die Verse aus Hiob 6,4–8 und 9,1–12 spiegeln das Ringen von Hiob mit dieser Frage wider. Er hinterfragt nicht die Existenz Gottes, sondern den Grund für sein eigenes Leiden. Wir stehen vor einem tiefgreifenden Dilemma, da unsere Überzeugung von einem liebevollen Gott uns mit der scheinbar sinnlosen Realität des Leidens konfrontiert.
In Hiob 10,8–12 spiegeln sich Hiobs quälende Gedanken wider, und seine schmerzliche Frage, warum Menschen leiden, wenn es einen guten Gott gibt, berührt auch uns. Doch, oh Herr, wir erinnern uns an deine Antwort aus dem Sturm heraus, wie in Hiob 38,1–3. Du zeigst uns, dass es Dinge gibt, die über unser Verständnis hinausgehen, und dass deine Liebe und Weisheit größer sind als unser Dilemma.
In dieser Gewissheit kommen wir vor dich und bitten um Weisheit, wenn wir mit den Fragen des Leidens und dem Glauben an einen liebenden Gott ringen. Lass uns darauf vertrauen, dass deine Liebe und Weisheit inmitten des Dilemmas leuchten können. Möge unser Glaube gestärkt werden, wenn wir uns an deine unergründliche Größe halten. In deinem heiligen Namen beten wir. Amen.