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23.Februar 2025
TÄGLICHES BIBELLESEN – Hebräer Kap.4
Die verheißene Gottesruhe
1So lasset uns nun fürchten, daß wir die Verheißung, einzukommen zu seiner Ruhe, nicht versäumen und unser keiner dahintenbleibe. 2Denn es ist uns auch verkündigt gleichwie jenen; aber das Wort der Predigt half jenen nichts, da nicht glaubten die, so es hörten. 3Denn wir, die wir glauben, gehen in die Ruhe, wie er spricht: »Daß ich schwur in meinem Zorn, sie sollten zu meiner Ruhe nicht kommen.« Und zwar, da die Werke von Anbeginn der Welt gemacht waren, 4sprach er an einem Ort von dem siebenten Tag also: »Und Gott ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken«; 5und hier an diesem Ort abermals: »Sie sollen nicht kommen zu meiner Ruhe.«
6Nachdem es nun noch vorhanden ist, daß etliche sollen zu ihr kommen, und die, denen es zuerst verkündigt ist, sind nicht dazu gekommen um des Unglaubens willen, 7bestimmt er abermals einen Tag nach solcher langen Zeit und sagt durch David: »Heute«, wie gesagt ist, »heute, so ihr seine Stimme hören werdet, so verstocket eure Herzen nicht.« 8Denn so Josua sie hätte zur Ruhe gebracht, würde er nicht hernach von einem andern Tage gesagt haben. 9Darum ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes. 10Denn wer zu seiner Ruhe gekommen ist, der ruht auch von seinen Werken gleichwie Gott von seinen. 11So lasset uns nun Fleiß tun, einzukommen zu dieser Ruhe, auf daß nicht jemand falle in dasselbe Beispiel des Unglaubens.
12Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer denn kein zweischneidig Schwert, und dringt durch, bis daß es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. 13Und keine Kreatur ist vor ihm unsichtbar; es ist aber alles bloß und entdeckt vor seinen Augen; von dem reden wir.
Christus der wahre Hohepriester
14Dieweil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesum, den Sohn Gottes, der gen Himmel gefahren ist, so lasset uns halten an dem Bekenntnis. 15Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte Mitleiden haben mit unsern Schwachheiten, sondern der versucht ist allenthalben gleichwie wir, doch ohne Sünde. 16Darum lasset uns hinzutreten mit Freudigkeit zu dem Gnadenstuhl, auf daß wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden auf die Zeit, wenn uns Hilfe not sein wird.
Luther 1912. Public Domain
Kommentar
Einleitung
Hebräer Kapitel 4 lädt uns ein, über die „verheißene Gottesruhe“ nachzudenken – einen Zustand des geistlichen Friedens und der vollendeten Erlösung, den Gott seinem Volk verheißen hat. Der Text erinnert daran, dass der Glaube den Zugang zu dieser Ruhe ermöglicht, die jedoch auch eine Warnung vor Unglauben und Ungehorsam darstellt. Gleichzeitig wird Christus als unser wahrer Hohepriester vorgestellt, der mit menschlichen Schwächen mitfühlt, uns aber den Weg zum Gnadenstuhl ebnet, an dem wir Barmherzigkeit und Gnade empfangen können.
Kommentar
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Die Verheißene Gottesruhe (Verse 1–11)
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Einladung und Warnung (Verse 1–3):
Der Autor ruft dazu auf, nicht zu versäumen, in die von Gott verheißenen Ruhe einzutreten. Der Glaube wird als Schlüssel dargestellt, der den Zugang zu dieser Ruhe ermöglicht. Der Ausdruck „wie er spricht“ verweist auf Gottes ursprüngliche Schöpfung und die Einsetzung des siebten Tages als Ruhetag.
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Historischer Kontext und Warnung vor Unglauben (Verse 4–7):
Durch die Schöpfungsgeschichte und die Erinnerung an den siebten Tag wird deutlich, dass Gottes Ruhe ein bereits etabliertes Konzept ist. Es wird betont, dass viele, denen diese Verheißung zuerst verkündigt wurde, nicht in diese Ruhe eingetreten sind – vor allem wegen ihres Unglaubens.
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Die Fortdauer der Ruhe (Verse 8–11):
Es wird unterstrichen, dass trotz des Versagens der ersten Generation die Verheißung einer fortdauernden Ruhe noch aktuell ist. Der Aufruf zur persönlichen Anstrengung („Fleiß tun“) soll verhindern, dass auch wir in das Muster des Unglaubens verfallen. Dabei wird das Wort Gottes als lebendig und durchdringend dargestellt, das in der Lage ist, sowohl Geist als auch Herz zu richten.
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Christus der wahre Hohepriester (Verse 14–16)
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Einführung des Hohepriestertums (Verse 14–15):
Christus wird als großer Hohepriester vorgestellt, der den Menschen in allen Schwachheiten nachempfunden ist, jedoch ohne Sünde. Dies stellt ihn als Vermittler zwischen Gott und Mensch in den Mittelpunkt, der uns nicht nur repräsentiert, sondern auch tröstet.
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Zugang zum Gnadenstuhl (Vers 16):
Der Text schließt mit einer ermutigenden Einladung, mit Zuversicht und Freude zum Gnadenstuhl Gottes zu treten. Dort können wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden, gerade in Zeiten der Not.
Zusammenfassung
Hebräer Kapitel 4 betont, dass Gottes Ruhe – ein Zustand geistlicher Erfüllung und Frieden – für alle Gläubigen erreichbar ist, die im Glauben an ihn verharren. Der Text warnt davor, diese Verheißung aufgrund von Unglauben zu verpassen und ruft zu einem eifrigen Bemühen auf, in diese Ruhe einzutreten. Gleichzeitig wird Christus als unser vollkommen mitfühlender Hohepriester dargestellt, der den Weg zum unerschütterlichen Zugang zu Gottes Gnade öffnet. Zusammen fordern uns diese Worte dazu auf, sowohl in unserem Glauben zu wachsen als auch in unserer Beziehung zu Gott und zueinander Verantwortung zu übernehmen.
WÖCHENTLICHES LESEN DER GEIST DER PROPHEZEIUNG – Ellen White | Der Weg zu Christus
Kapitel 6: Glaube und Annahme
Hier online lesen.
Kommentar
Einleitung
Kapitel 6 zeigt uns den Weg vom Erwachen des Gewissens zur Annahme der göttlichen Gnadengeschenke. Durch das Wirken des Heiligen Geistes erkennen wir die zerstörerische Macht und das Elend der Sünde, die uns von Gott trennt. Diese Erkenntnis weckt in uns den tiefen Wunsch nach Vergebung, Reinigung und Freiheit – jedoch können wir diese Gnaden nicht durch eigene Anstrengungen erlangen, sondern nur im festen Glauben an Jesus Christus, der uns als freies Geschenk von Gott zuteilwird.
Kommentar
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Erwachen des Gewissens und die Erkenntnis der Sündhaftigkeit
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Weckung durch den Heiligen Geist:
Das Gewissen wird durch den Heiligen Geist erweckt, sodass wir die Bösartigkeit, Macht, Schuld und das Elend der Sünde erkennen.
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Erkenntnis der Trennung:
Wir begreifen, dass die Sünde uns von Gott getrennt hat und wir selbst in einem Zustand der Hilflosigkeit und Selbstsucht gefangen sind.
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Gottes Gnadengeschenke und Verheißungen
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Freies Geschenk der Gnade:
Gott bietet uns Vergebung, Reinigung, Frieden und Liebe als Gnadengeschenk an – etwas, das weder mit Geld noch mit menschlicher Weisheit zu erkaufen ist (vgl. Jesaja 55,1).
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Biblische Verheißungen:
Verheißungen wie „Wenn eure Sünde gleich blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden“ (Jesaja 1,18) und „Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben“ (Hesekiel 36,26) belegen, dass Gott in der Lage ist, uns von unserer Sündhaftigkeit zu befreien.
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Beispiel Jesu:
Jesu Heilung des Schwergelähmten (Matthäus 9,6) verdeutlicht, dass der Glaube an seine Worte und Wunder unmittelbare Befreiung und Heilung bringen kann.
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Glaube und Annahme der göttlichen Verheißung
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Notwendigkeit des Glaubens:
Der Text fordert uns auf, unsere Sünden zu bekennen und uns Gott hingiebig zu überlassen. Nur im festen Glauben, nicht aufgrund von Gefühlen, können wir Gottes Verheißungen empfangen.
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Tägliche Hingabe:
Es wird betont, dass wir täglich bekennen sollen, Christus anzuhören und in seinem Geist zu leben, um so stetig in der Gnade und Barmherzigkeit zu bleiben.
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Bedingung des Gebets:
Unsere Bitten müssen im Einklang mit Gottes Willen stehen, der uns von unseren Mängeln reinigen und zu seinen Kindern machen möchte.
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Die universelle Kraft der Gnade
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Unbegrenzte Vergebung:
Niemand ist so sündhaft, dass er nicht von Gottes unendlicher Barmherzigkeit erfasst werden könnte. Gott will uns mit seinen Segnungen – Kraft, Gerechtigkeit und Reinheit – erfüllen.
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Das Vaterherz Gottes:
Die Liebe Gottes ist so groß, dass er uns, selbst in unserer Schwäche, angenommen hat. Seine unermessliche Liebe und Barmherzigkeit sind Ausdruck seines ewigen Wunsches, uns zu erlösen und zu erneuern.
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