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Der Bericht über den Aufstand im Amphitheater, wie in Apostelgeschichte 19,21–20,1 beschrieben, gibt uns Einblicke in die außergewöhnliche Wirkung von Paulus‘ Zeugnis in Ephesus und die damit verbundenen Herausforderungen. Die Stadt, geprägt von ihrem prächtigen Artemistempel, einem der sieben Weltwunder der Antike, erlebte durch das Predigen des Evangeliums einen spürbaren Einfluss auf ihre wirtschaftliche Struktur, insbesondere den Tourismus.
Die Reaktion des Silberschmieds Demetrius und seiner Kollegen verdeutlicht die enge Verknüpfung von Religion und Wirtschaft in der antiken Welt. Die Befürchtung, dass Paulus‘ Lehren den Götzendienst beeinträchtigen könnten, führte zu einem aufgebrachten Aufstand im Amphitheater. Die Menge, von wirtschaftlichen Interessen geleitet, rief unablässig die Größe der Göttin Artemis aus.
Die Konfrontation im Amphitheater unterstreicht, dass das Evangelium oft auf bestehende Strukturen und Interessen trifft. Paulus‘ Dienst in Ephesus hatte nicht nur geistliche, sondern auch praktische Auswirkungen, die zu sozialen Unruhen führten.
Am Ende seiner dritten Missionsreise trifft Paulus sich mit den Ältesten der Gemeinde in Ephesus. Die Anliegen, die er dabei äußert, zeugen von tiefem pastoralen Engagement und Liebe zu der Gemeinde, die er drei Jahre lang gedient hat. In Apostelgeschichte 20,17–38 drückt Paulus seine Sorge um die geistliche Gesundheit der Gläubigen aus, ermahnt sie zur Wachsamkeit und betont, dass er nichts von Bedeutung zurückgehalten hat, sondern den ganzen Ratschluss Gottes verkündigt hat.
Die vorläufige Chronologie von Paulus‘ Beziehung zu Ephesus zeigt einen intensiven und langfristigen Dienst in dieser Stadt. Sein kurzer erster Besuch, gefolgt von einem dreijährigen intensiven Dienst und späteren Treffen mit den Ältesten, spiegelt seine Hingabe und Investition in die geistliche Entwicklung der Gemeinde wider. Die spätere Verfassung des Briefes an die Epheser, vermutlich während seiner Gefangenschaft in Rom, zeigt die fortwährende Verbindung und Sorge um die Gläubigen in dieser bedeutenden Stadt.
„Darum seid wachsam und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht abgelassen habe, einen jeden unter Tränen zu ermahnen“, sagte Paulus (Apg 20,31). Wovor würde Paulus deiner Meinung nach unsere Gemeinde heute warnen und warum?
Wenn wir uns auf den Vers in Apostelgeschichte 20,31 beziehen, in dem Paulus sagt: „Darum seid wachsam und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht abgelassen habe, einen jeden unter Tränen zu ermahnen“, könnten wir spekulieren, dass Paulus heute unsere Gemeinde vor verschiedenen Herausforderungen und Versuchungen warnen würde. Hier sind einige Aspekte, die er möglicherweise betonen würde:
  1. Falsche Lehren und Irrlehren: In Anbetracht von Paulus‘ wiederholten Warnungen vor falschen Lehren und Irrlehren in seinen Briefen (z. B. Galater 1,6-9; Kolosser 2,8) würde er unsere Gemeinde wahrscheinlich dazu ermahnen, wachsam gegenüber zeitgenössischen Irrlehren zu sein. Dies könnte Themen wie Synkretismus, Abkehr von den Grundlagen des Evangeliums und Veränderungen der biblischen Lehren umfassen.
  2. Geistliche Lauheit und Gleichgültigkeit: Paulus könnte die Gemeinde vor geistlicher Lauheit und Gleichgültigkeit warnen. In seiner Zeit in Ephesus betonte er die Notwendigkeit der Wachsamkeit, und diese Botschaft wäre heute genauso relevant. Eine Gemeinde könnte in der Routine und dem Komfort verharren, was zu einem Nachlassen im Glauben und Engagement führen könnte.
  3. Moralische Verführungen und ethische Herausforderungen: Angesichts der moralischen und ethischen Herausforderungen, denen viele Gemeinden heute gegenüberstehen, könnte Paulus vor den Verführungen der Welt warnen. Dies könnte Themen wie moralische Kompromisse, sexuelle Unmoral, Gier und mangelnde Integrität umfassen.
  4. Mangelnde Hingabe an den Dienst und aneinander: Paulus legte großen Wert auf die Hingabe an den Dienst und die Gemeinschaft der Gläubigen. Er könnte vor einer Vernachlässigung der dienenden Liebe, fehlender Fürsorge für die Bedürfnisse der Gemeindemitglieder und einer Spaltung innerhalb der Gemeinde warnen.
  5. Verlust des Evangeliumsfokus: In Anbetracht seiner Leidenschaft für die Verkündigung des Evangeliums könnte Paulus vor einem Verlust des Evangeliumsfokus warnen. Das könnte durch Ablenkungen, menschenzentrierte Botschaften oder den Verlust der Dringlichkeit der Evangeliumsverkündigung geschehen.
Paulus würde diese Warnungen wahrscheinlich nicht nur als theoretische Gefahren präsentieren, sondern durch seinen eigenen Einsatz und seine Hingabe für die Gemeinde zeigen, wie wichtig es ist, diesen Herausforderungen zu begegnen und dem Evangelium treu zu bleiben.