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4.4 Verteidiger und Befreier
Lies 1. Korinther 10,1–4. Wie beschreibt Paulus den Auszug aus Ägypten? Welche geistliche Lektion will er damit vermitteln?
1.Korinther 10,1-4:
1 Ich will euch aber, liebe Brüder, nicht in Unwissenheit darüber lassen, dass unsre Väter sind alle unter der Wolke gewesen und sind alle durchs Meer gegangen 2 und sind alle auf Mose getauft mit der Wolke und mit dem Meer 3 und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen 4 und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken; sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgte, welcher war Christus.
In 1. Korinther 10,1–4 schreibt Paulus über den Auszug der Israeliten aus Ägypten und verwendet dies als eine geistliche Lektion für die Gemeinde in Korinth.
Paulus beschreibt hier symbolisch die Ereignisse des Auszugs der Israeliten aus Ägypten:
  1. Unter der Wolke: Dies bezieht sich auf die Wolkensäule, die das Volk Israel während ihres Exodus führte. Die Wolke war ein sichtbares Zeichen der Gegenwart Gottes.
  2. Durch das Meer hindurchgehen: Hier erinnert Paulus an das Wunder, als Gott das Rote Meer teilte, um den Israeliten die Flucht vor den ägyptischen Verfolgern zu ermöglichen.
  3. Auf Mose getauft werden: Dies bezieht sich auf die symbolische Taufe in der Wolke und im Meer, die das Volk erfuhr, als es durch das Rote Meer hindurchging.
  4. Geistliche Speise und Trank: Paulus bezieht sich hier auf die Versorgung mit Manna (geisterfüllte Speise) und Wasser aus dem Felsen (geisterfüllter Trank) während der Wüstenwanderung.
  5. Der Felsen war der Christus: Paulus deutet darauf hin, dass der Felsen, aus dem das Wasser floss, ein Bild von Christus ist, der lebendiges Wasser für die geistliche Erquickung darstellt.
Die geistliche Lektion, die Paulus vermitteln möchte, liegt darin, dass die Israeliten in diesen Ereignissen geistliche Realitäten erfahren haben, die auf Christus hinweisen. Durch ihre Erfahrungen wurden sie von Gott geführt, getauft und mit geistlicher Nahrung und Trank versorgt. Paulus nutzt dies, um die Gemeinde zu ermahnen, Gott treu zu bleiben, Versuchungen zu widerstehen und vor Götzendienst zu warnen, indem er auf die Konsequenzen hinweist, die die Israeliten erlitten haben, als sie von Gott abwichen.
Lies Psalm 114. Wie wird hier die göttliche Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten auf poetische Weise beschrieben?
Psalm 114:
1 Als Israel aus Ägypten zog, das Haus Jakob aus dem fremden Volk, 

2 da wurde Juda sein Heiligtum, Israel sein Königreich. 
3 Das Meer sah es und floh, der Jordan wandte sich zurück. 
4 Die Berge hüpften wie die Lämmer, die Hügel wie die jungen Schafe. 
5 Was war mit dir, du Meer, dass du flöhest, und mit dir, Jordan, dass du dich zurückwandtest? 
6 Ihr Berge, dass ihr hüpftet wie die Lämmer, ihr Hügel, wie die jungen Schafe? 
7 Vor dem Herrn erbebe, du Erde, vor dem Gott Jakobs, 
8 der den Felsen wandelte in einen See und die Steine in Wasserquellen!
Lutherbibel1912
Der Psalm 114 beschreibt auf poetische Weise die göttliche Befreiung des Volkes Israel aus der Knechtschaft Ägyptens und betont dabei Gottes Souveränität über die Naturkräfte. Hier ist eine Zusammenfassung:
  1. Die Natur gehorcht Gott:
    • Der Psalm beginnt mit der Feststellung, dass das Meer bei Israels Auszug aus Ägypten zurückwich und der Jordan sich zurückdrehte. Dies sind wunderbare Darstellungen der Naturgewalten, die Gott gehorchen, wenn Er Sein Volk führt.
  2. Die Berge und Hügel hüpften wie Lämmer:
    • Der Psalm beschreibt die Berge und Hügel als lebendige Zeugen der göttlichen Macht. Die Natur selbst reagierte auf Gottes Gegenwart, als wäre sie lebendig und erkannte die Souveränität des Schöpfers.
  3. Die Erde zitterte vor dem Herrn:
    • Die Darstellung des Zitterns der Erde betont die Ehrfurcht und Anerkennung der gesamten Schöpfung vor dem allmächtigen Gott. Es ist eine poetische Art zu sagen, dass die Natur selbst vor Gottes Gegenwart erzittert.
  4. Aufforderung zum Lobpreis:
    • Der Psalm schließt mit der Aufforderung zum Lobpreis: „Erschrick, du Erde, vor dem Herrn!“ Es ist eine Einladung an die ganze Erde, vor dem Herrn zu zittern und Ihn anzubeten.
Die poetische Darstellung in Psalm 114 betont die Macht und Souveränität Gottes über die Natur und die Bereitschaft der gesamten Schöpfung, auf Seine Gegenwart zu reagieren. Dieser Psalm ermutigt dazu, die Größe Gottes zu erkennen und vor Ihm ehrfürchtig zu sein. Diese Themen finden sich auch in den Schriften des Neuen Testaments, insbesondere in Bezug auf die Befreiung durch Jesus Christus und die Errettung der Gläubigen.
Was sind einige der geistlichen Gefahren, denen wir als Gläubige ausgesetzt sind? Wie können wir lernen, uns auf die Macht Gottes zu stützen, die uns davor bewahrt, diesen Gefahren zu erliegen, die für uns heute ebenso real sind, wie sie es für den Psalmisten waren?
Als Gläubige können wir verschiedenen geistlichen Gefahren ausgesetzt sein. Hier sind einige davon und Ansätze, wie wir uns auf die Macht Gottes stützen können, um diesen Gefahren zu widerstehen:
  1. Versuchungen und Sünden:
    • Gefahr: Die Versuchungen, sündhafte Wege einzuschlagen, sind allgegenwärtig.
    • Macht Gottes: Wir können uns auf Gottes Wort stützen, um uns gegen Versuchungen zu wappnen (Psalm 119,11). Regelmäßiges Gebet, Bibelstudium und Gemeinschaft mit Gläubigen können uns stärken.
  2. Zweifel und Unglaube:
    • Gefahr: Der Zweifel an Gottes Existenz, Liebe oder Macht kann unsere geistliche Reise beeinträchtigen.
    • Macht Gottes: Das Festhalten an Gottes Verheißungen in der Bibel, das Zeugnis anderer Gläubiger und das Erinnern an vergangene Erfahrungen der Gottesbegegnung können uns gegen Zweifel stärken.
  3. Stolz und Selbstgerechtigkeit:
    • Gefahr: Stolz kann uns dazu verleiten, auf unsere eigenen Fähigkeiten zu vertrauen und uns von Gott zu entfernen.
    • Macht Gottes: Demut vor Gott und die Anerkennung unserer Abhängigkeit von Ihm sind entscheidend. Gebet um Weisheit und die Bereitschaft, Gottes Führung zu folgen, helfen, Stolz zu überwinden.
  4. Weltliche Ablenkungen:
    • Gefahr: Die Welt bietet viele Ablenkungen, die uns von unserer Beziehung zu Gott abbringen können.
    • Macht Gottes: Eine bewusste Entscheidung, sich von weltlichen Ablenkungen zu distanzieren, und das Streben nach einer ausgewogenen Lebensweise, die auf christlichen Prinzipien basiert, helfen, der Welt nicht zu verfallen.
  5. Spirituelle Gleichgültigkeit:
    • Gefahr: Nachlässigkeit im Glauben und spirituelle Gleichgültigkeit können dazu führen, dass wir unsere Beziehung zu Gott vernachlässigen.
    • Macht Gottes: Regelmäßige geistliche Disziplinen wie Gebet, Bibelstudium, Anbetung und Gemeinschaft können helfen, die Flamme des Glaubens lebendig zu erhalten.
  6. Zerstrittene Gemeinschaft:
    • Gefahr: Konflikte und Spaltungen in der Gemeinschaft der Gläubigen können spirituelle Gefahren darstellen.
    • Macht Gottes: Die Anwendung von christlichen Prinzipien wie Liebe, Vergebung und Einheit, gepaart mit Gebet für die Gemeinschaft, kann dazu beitragen, solche Gefahren zu überwinden.
  7. Selbstgerechte Religiosität:
    • Gefahr: Sich auf äußerliche Religiosität zu verlassen, ohne eine persönliche Beziehung zu Gott zu haben.
    • Macht Gottes: Die Betonung einer lebendigen Beziehung zu Gott, geprägt von Liebe und Hingabe, über äußerliche Rituale, hilft, einer selbstgerechten Religiosität entgegenzuwirken.
Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass unsere Kraft begrenzt ist, aber Gottes Macht unermesslich ist. Durch Gebet, Bibelstudium, Gemeinschaft und Demut können wir uns auf Gottes Macht verlassen, um uns vor geistlichen Gefahren zu bewahren.

Die Verbindung zwischen diesen Texten und unserem Alltagsleben als Gläubige liegt in der Lehre, wie wir uns auf die Macht Gottes verlassen können, um uns vor geistlichen Gefahren zu bewahren und uns in unserer Beziehung zu ihm zu stärken.
  1. Befreiung durch Christus: Sowohl in 1. Korinther 10 als auch im Psalm 114 wird die göttliche Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten betont. Für uns als Gläubige symbolisiert diese Befreiung auch unsere Erlösung durch Jesus Christus. Wir können uns auf die Macht Gottes stützen, die uns durch Christus von der Macht der Sünde und des Todes befreit hat.
  2. Abhängigkeit von Gottes Führung: Die Israeliten wurden von Gott geführt und versorgt während ihres Auszugs aus Ägypten und ihrer Wanderung durch die Wüste. Ebenso können wir uns im Alltag auf Gottes Führung verlassen, um uns vor geistlichen Gefahren zu bewahren und uns auf dem richtigen Weg zu halten.
  3. Vertrauen in Gottes Souveränität: Der Psalm 114 betont die Souveränität Gottes über die Natur und die gesamte Schöpfung. Wenn wir mit geistlichen Gefahren konfrontiert sind, können wir uns darauf verlassen, dass Gott die Herrschaft über alle Dinge hat und in der Lage ist, uns zu schützen und zu bewahren.
  4. Spirituelle Disziplinen: Um uns vor geistlichen Gefahren zu bewahren, ist es wichtig, regelmäßig spirituelle Disziplinen wie Gebet, Bibelstudium, Anbetung und Gemeinschaft zu praktizieren. Diese helfen uns, unsere Beziehung zu Gott zu stärken und uns gegen Versuchungen und Angriffe des Feindes zu wappnen.
  5. Gemeinschaft und Einheit: Gemeinschaft mit anderen Gläubigen spielt eine wichtige Rolle dabei, uns vor geistlichen Gefahren zu bewahren. Durch gegenseitige Ermutigung, Unterstützung und Gebet können wir uns gegenseitig stärken und helfen, standhaft im Glauben zu bleiben.
Indem wir uns auf Gottes Macht und Führung verlassen, regelmäßig spirituelle Disziplinen praktizieren und uns in einer unterstützenden Gemeinschaft engagieren, können wir uns vor geistlichen Gefahren bewahren und unser Leben als Gläubige gestärkt führen.